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03
NOV
2012

Schimmel in der Wohnung

Schimmel stellt ein häufig unterschätztes Probleme dar, welches hauptsächlich durch unzureichende Lüftung und zu hohe Feuchtigkeit auftritt. Schimmel in der Wohnung verursacht gefährliche Krankheiten und kann in einigen seltenen Fällen sogar zu einer lebensgefährlichen Schädigung der Atemwege führen. Hier erfahren Sie, welche Schimmelarten es in unseren Wohnungen gibt, wie man ihr Entstehen vermeidet und was zu tun ist, wenn sich der Schimmel bereits ausgebreitet hat.

Schimmelarten in der Wohnung

Es gibt zahlreiche verschiedene Schimmelpilze mit wiederum zum Teil hunderten verschiedenen Unterarten. Die wichtigsten Schimmelarten, die in Wohnungen vorkommen werden folgend kurz dargestellt:

Aspergillus-Schimmel (Gießkannenschimmel)

Aspergillus-Schimmel

Mikroskopaufnahme Aspergillus-Schimmel

Eine weit verbreitete Gruppe von Schimmelpilzen  ist der sogenannte Aspergillus-Schimmel. Dieser, auch unter dem Namen Gießkannenschimmel bekannte Sporenträger, umfasst insgesamt etwa 350 Arten von Schimmelpilzen und ist verantwortlich für zahlreiche Krankheiten. In besonders ernsten Fällen kann sich ein Aspergillom, also eine Schimmelpilzinfektion, in der Lunge oder den Nasennebenhöhlen bilden. Die Sporen des Aspergillus-Schimmels sind zwischen 1,5 und 3,6 µm groß.

 

Cladosporium-Schimmel

Cladosporium-Schimmel

Mikroskopaufnahme des Cladosporium-Schimmels

Cladosporium ist eine weitere, weit verbreitete Schimmelart, welche sich vorzugsweise in Sumpf- und Waldgebieten, aber auch in schlecht gereinigten Kühlschränken niederlässt. Die Sporengröße beträgt je nach Art 5-40 µm. Manche Arten dieses Schimmels nisten sich auch in Pflanzkörben oder auch in Matratzen und Polstermöbeln ein. In der Regel ist dieser Pilz für Menschen mit intaktem Imunsystem nicht gefährlich. Allerdings können die Sporen allergische Reaktionen wie z.B. Asthma auslösen. Daher sollten befallene Blumentöpfe oder Matratzen umgehend entsorgt werden.

Acremonium-Schimmel

Acremonium-Schimmel

Acremonium-Schimmel in der Petrischale

Auch die Sporen des Acremonium-Schimmels sind allergieauslösend und lagern sich in der Regel auf Bodenflächen in Innenräumen an. Dort können sie Schwellungen im Fußbereich oder sonstige Infektionen auslösen. Allerdings ist der Befall von Menschen mit intaktem Imunsystem sehr unwahrscheinlich. Die Schimmelsporen haben eine Größe von 1,5-3,6 µm.

 

Schimmel in der Wohnung vermeiden

Um Schimmel vorzubeugen und zu vermeiden, sollte man insbesondere die Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur  kontrollieren. Denn in feuchten Räumen besteht die Gefahr von Kondensation. Dabei fällt an kälteren Gegenständen Wasser in Tropfenform aus der Luft aus und begünstigt die Entstehung von Schimmel.

Insbesondere Schlafzimmer werden über Nacht immer relativ kühl gehalten. Dennoch sollten die Temperaturen nicht unter 18°C fallen. Zudem sollten Sie die Türen zwischen den sonstigen Wohnräumen und dem Schlafzimmer geschlossen halten, da sonst eindringende, warme Luft an den kalten Wänden im Schlafzimmer kondensieren kann und Schimmelbildung fördert.

Häufig kommt es in der Wohnung auch zu verstecktem Schimmel hinter Möbelstücken, der oft jahrelang unentdeckt bleibt. Um der unsichtbaren Gefahr vorzubeugen,  sollten Schränke und sonstige Möbel immer einen Abstand von etwa 5-10 cm zur Wand haben. Dies gewährleistet die Luftzirkulation an den Wänden und verhindert versteckte Schimmelbildung.

Auch das Trocknen der Wäsche in der Wohnung sollte, wenn möglich, vermieden werden da auch das zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit beiträgt.

Insgesamt sollten Sie in jedem Fall darauf achten richtig zu lüften. In den meisten Fällen hilft das schon, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung im empfohlenen Bereich zu halten. Sollte dies nicht der Fall sein und die Feuchtigkeit trotz richtigen Lüftens immer noch über den empfohlenen 55% liegen, sollten Sie über die Anschaffung eines Luftentfeuchters nachdenken. Dieser stellt eine permanente Luftfeuchtigkeit im optimalen Bereich sicher.

Schimmel in der Wohnung entfernen

Wenn trotz aller vorbeugender Maßnahmen Schimmel in Wohnräumen entdeckt wird, muss er unverzüglich entfernt werden. Schließlich ist das Gesundheitsrisiko groß.

Um großflächigem Schimmelbefall gründlich und sicher zu entfernen, sollte auf jeden Fall eine Fachfirma beauftragt werden. Wer dennoch auf eigene Faust mit dem Problem fertig werden will, der sollte bei den Arbeiten immer einen Atemschutz tragen und sehr gründlich die Tapete entfernen. Wände und Decken können mit Alkohol oder mit einem Spezialmittel behandelt werden.

Die benutzten Arbeitsutensilien müssen nach Gebrauch sofort entsorgt werden, damit die Sporen nicht in der Wohnung verbleiben und neu auskeimen können.

Sobald der Schimmel entfernt worden ist, empfehlen wir den Einsatz eines Luftreinigers um die restlichen Sporen aus der Luft zu beseitigen und einen erneuten Befall der Wohnung zu verhindern.

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